Übersicht: Vier (Open Source) Mini-CMS ohne Datenbank

Sourcecode HTML (c) Markus Hein / Pixelio.de

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Ich hatte vor einiger Zeit einen Artikel zum Mini-CMS Get Simple verfasst, der sich nach wie vor einiger Beliebtheit erfreut. Aus meinem ehrgeizigen Ziel in loser Reihenfolge Kurztests zu verfassen wurde aus unterschiedlichen Gründen leider nichts.
Aber da mich das Thema weiter interessiert und es manchmal gute Gründe gibt ein kleines System aufzusetzen, statt einen Boliden wie Typo3, Drupal & Co ins Feld zu führen, habe ich hier mal einige Systeme zusammengetragen die ich persönlich wirklich interessant finde. Genauer sind das Flatpress, gpEasy, Mapix und Stacey. Alle kommen ohne Datenbank aus und bieten ganz unterschiedliche Ansätze, Vor- und Nachteile. Alle sind frei erhältlich und zum größten Teil Open Source.

Screenshot FlatPress Standard Frontend

Screenshot FlatPress Standard Frontend

Flatpress

Website: http://www.flatpress.org
Features/Kurzbeschreibung laut Website
* Standard-compliant (XHTML valid)
* Plugin support
* Widget system
* Easy to customize with themes (powered by Smarty)
Speicherformat Inhalte: Text files
Anforderungen: PHP4 oder höher
aktuelle Version: 0.909.1
Lizenz: GNU General Public License (GPL)
Demo: n/a
Anmerkung: In der Ausgangsversion macht Flatpress nicht mehr und nicht weniger als den Standard-Job. Für alle die es etwas bequemer oder vielfältiger haben wollen lohnt sich daher ein Blick in die Plugin-Sammlung, die den Funktionsumfang durchaus stark erweitert. Plugins für Galerien, Stats, Spamschutz, Captcha etc. sind vorhanden, TinyMCE als WYSIWYG-Editor steht in angepasster Version zur Auswahl. Ebenso ein Deutsches Sprachpaket und deutsche Tutorials zu Installation, Upgrade und Datensicherung. Für die Templategestaltung setzen die Programmierer auf Smarty als Engine. Und nein, trotz des Namens gibt es keinen Zusammenhang mit WordPress und damit funktionieren WP-Plugins in der Regel bei Flatpress auch nicht!

Screenshot CMS gpEasy Admin Interface

Screenshot gpEasy Admin Interface

gpEasy

Website: http://www.gpeasy.com
Features/Kurzbeschreibung laut Website:
* WYSIWYG Editor (CKEditor)
* Galleries (ColorBox)
* SEO Friendly Links
* Free and Open Source (GPL)
* Runs on PHP
* File Upload Manager
* Editable Theme Content
* Deleted File Trash Can
* Multiple User Administration
* Works in Safe Mode with FTP Functions
* reCaptcha for Contact Form
Speicherformat Inhalte: flat file
Anforderungen: PHP 4.1 oder höher
aktuelle Version: 1.6.3
Lizenz: GNU General Public License (GPL)
Demo: bei opensourcecms.com
Anmerkung: Die Feature Liste spricht eigentlich schon für sich: Hier handelt es sich um ein nicht mehr ganz so puristisches System, bei dem man dem Anwender den WYSIWYG-Ansatz nicht nur für das Editieren der Inhalte, sondern gleich für das komplette System verspricht. Ob die Wahl des FCKEditor die richtige ist, bleibt Geschmackssache. Das System dürfte aber allen Anwendern liegen, die es weniger abstrakt oder technisch haben wollen und direktes on-page editieren bevorzugen, statt Text files hochzuladen. Verschiedene Themes und Plugins sollten für Standardseiten reichen. Eine deutsche Sprachversion liegt vor.




Mapix CMS - Admin Login - Folder editor

Blick ins Mapix Admin Backend: Folder editor

Mapix

Website: http://mapixcms.org
Features/Kurzbeschreibung laut Website:
* One or many „Site template“ to define the skeleton of your site(s)
* Multiple sites (different domain names)
* Multiple users and groups with granular permisssions
* Multiple languages for each content (localization)
* Search engine friendly URL (Search Engine Optimization)
* 404 (page not found) customization
* Easily integrates local or remote XML files and HTTP services
* XSL templates (direct or cascading transformations)
* A customizable cache for each page
Speicherformat Inhalte: XML files
Anforderungen: Apache with .htaccess (mod_rewrite) enabled, PHP 5.2+ with DOM, XSL and CURL extensions, PHP should NOT be run in Safe Mode (check your php.ini), the convert program is required by the images editor (resize, crop, rotate)
aktuelle Version: 0.9.3
Lizenz: GNU GPL
Demo: Frontend Demo, Admin/Editor/Designer Demo
Anmerkung: Mapix sticht durch seinen anderen Ansatz aus der Liste heraus: Sowohl die Feature List als auch die klare Ausrichtung auf XML/XSL-Standards und die Selbsteinstufung als Content Management Framework lassen erahnen wohin die Reise geht. Im Gegensatz zu den anderen Kandidaten muss man sich hier mit dem System beschäftigen, statt es nur auf den Server zu laden und loszulegen. Als Belohnung winken Features, die die anderen Systeme nicht direkt bieten. Eher ein Fall für technisch versiertere Nutzer.

Stacey CMS Screenshot

Beim CMS Stacey ist weniger mehr, simpler geht es kaum

Stacey

Website: http://staceyapp.com/
Features/Kurzbeschreibung laut Website:
„No database setup or installation files, simply drop the application on a server and it runs. Your content is managed by creating folders and editing text files. No login screens, no admin interface.“
Speicherformat Inhalte: Text files und Ordner
Anforderungen: PHP 5 oder höher, Optional: Apache mit mod_rewrite, htaccess file support
aktuelle Version: 2.1.0
Lizenz: n/a
Demo: n/a, Beispielseiten
Anmerkung: Für Puristen: Die Template Engine funktioniert über Platzhalter und ohne pures PHP, alles andere geht mit simplem HTML und CSS. Default-Templates werden natürlich mitgeliefert, RSS/Atom-Feeds werden automatisch generiert, Clean-URLs sind möglich und die Navigation ist einfach anpassbar. Durch den Verzicht auf Komplexität und Konzentration auf das Wesentliche kann man keine Wunderwebsites erwarten aber für einfache und eher puristische Internetauftritte durchaus eine Überlegung wert (siehe Beispielseiten). Bei der Vergabe der Dateirechte in der Installationsanleitung würde ich allerdings nochmal genauer hinschauen bevor ich 777 Rechte für Verzeichnisse verteile, die so im Web stehen. Das sollte/muss auch anders gehen.

18 Gedanken zu “Übersicht: Vier (Open Source) Mini-CMS ohne Datenbank

  1. Pingback: Neue Übersichten: Flatfile CMS -tobiaskut.de

  2. Verspätet und weil dein Artikel hier schon etwas älter ist.
    Warum diese und nicht etwas wo auch auch deutschsprachige Community hintersteckt? Zumal ich drei von den vier getesteten wirklich niemanden empfehlen täte. Werde heute noch gestern, zum Zeitpunkt des Test.
    Wenn du das nächste mal so einen Test machen tust, dann würde ich es professioneller angehen. Es gibt durchaus sehr interessante Lösungen selbst im deutschsprachigen Raum, was gerade für Hobby-HP-Betreiber hilfreicher wäre. Auch weil deren Community Deutsch spricht und somit auch Support geboten wird.
    Für die Nutzer kann ich nur empfehlen auch mal etwas an die entsprechenden Entwickler zu spenden. Ihr erhaltet Euch so auch die Weiterentwicklung. Das Klopapier mit dem ihr Euch den Popo abwischt gibt es ja auch nicht kostenlos 😉

    • Hi Firehorse,
      danke für dein Feedback. Ich fände natürlich interessant welches CMS du empfehlen würdest und warum die anderen drei nicht. Aus welchen Gründen?
      Der Artikel ist übrigens nicht als „professioneller Test“ gedacht, denn dazu gehören konkrete Anforderungen/Anwendungsszenarien. Die sind bei jedem User anders, daher gibt’s im Artikel auch weder Empfehlungen noch Fazit. Im Artikel steht nur was mir an den CMS aufgefallen ist, nicht mehr, nicht weniger. 😉 Bei der Auswahl hab ich nicht bewusst „deutsche“ Projekte rausgelassen. Hast du konkrete Empfehlungen?
      Gruß, Tobias

  3. Wir haben Mozilo, ebenfalls ein datenbankfreies CMS, auf unserer eigenen Webpräsenz getestet und auf weiteren Seiten.

    Wir sind ganz zufrieden und haben sogar eine kleine Anleitungsseite erstellt, in die unsere Erfahrungen (positive und auch negative Kritik) eingeflossen sind: http://www.Mozilo.ch

    Was mich aktuell nicht so anspricht, sind die neuen Vorlagen (templates), weil ich sie nicht so schön finde, aber das ist Geschmackssache.
    Jedenfalls ist es wirklich überflüssig, für einfache Firmenwebseiten etwas mit Datenbank aufzusetzen. Allein die Datensicherung wird dadurch extrem verkompliziert. Bei einem CMS ohne Datenbank zieht man sich einfach die Daten mit FileZilla vom Hosting oder „server“ und sichert den Ordner auf der Festplatte. Das war´s. Man muß keine Datenbanken sichern. Und zittern, wenn man die Sicherung mal brauchen sollte, ob dann auch alles läuft.

    Aber viele Programmierer und auch viele Webgestalter lieben halt das Umständliche.

  4. Hallo,
    ich setze mich gerade mit dem Thema auseinander, weil ich einen weg gesucht habe, meine zukünftige Facebook-Fanpage Welcome-Seite (Was für eine Bechreibung) mit einem schlanken System umzusetzen. Das ganze funktioniert über den eigenen WebSpace und wird via iFrame eingebunden. Jetzt wollte ich nicht unbedingt für diesen doch sehr überschaubaren Inhalt eine DB opfern. (Mehrer Systeme von einer DB aus zu bedienen mache ich aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht)… daher werde ich mir mal die Lösungen genauer anschauen. Es ist keine xml-Lösung dabei, wenn ich es richtig gesehen habe… – das müsste doch auch eine gute Option für ein CMS ohne DB sein, oder?

    • Hallo Alexander,
      die vorgestellten Systeme speichern eigentlich alle ihre Daten in einfachen Textfiles, die in der ein oder anderen Art ausgezeichnet/strukturiert sind. Ob diese strukturierte Auszeichnung sich dann beim jeweiligen CMS XML nennt und welchem Schema sie folgt ist dann nochmal was anderes. Hier hilft vermutlich nur durchtesten und genauer hinschauen wie individuell ausgezeichnet/strukturiert wird. Hast du dir das oben erwähnte Mapix angeschaut? Dort wird explizit XML als Speicherformat angegeben. Der Artikel ist allerdings schon ein bisschen älter und ich habe seitdem die Entwicklung von Mapix nicht verfolgt. Ggf ist auch noch das hier erwähnte PluXML eine Option, vorausgesetzt du sprichst französisch. 🙂 Ich habe übrigens auch noch einen weiteren Artikel zu CMS ohne Datenbank geschrieben, wo weitere Systeme vorkommen. Vielleicht ist da ja was dabei.

  5. Hi, ich habe ein kleines Problem mit Mapix (falls mir da irgendeiner helfen kann) und zwar kann ich es nicht nutzen. Ich habe es auf einem Webserver und auf XAMPP entpackt, aber immer wenn ich die Site öffnen will, kommt nur ein leerer Bildschirm. Weder in der Dokumentation noch in der Hilfe von Mapix steht etwas dazu. Könnte mir bitte jemand helfen oder mir ein anderes CMS mit den Funktionen wie Mapix nennen? Wäre sehr nett.

    Liebe Grüße,
    Heinz

  6. Pingback: Content Management ohne Datenbank: Drei CMS für kleine Webseiten – tobiaskut.de - Open Source | Content Management | Redaktion

  7. Hallo, leider etwas verspätet (Urlaub ;).
    Ein Grund warum ich mich nicht so ganz mit dem Gedanken anfreunden kann, dass alles in .txt-Dateien abgespeichert ist: die Hackanfälligkeit (Bitte korrigieren, falls ich mich da irre). Ist meine persönliche Meinung. Andererseits steht dem entgegen, dass alles schön schlank ist und kleine Webprojekte (Webvisitenkarten) damit schnell zu realisieren sind.

    flat files sagt mir bisher noch gar nichts… Gibt es dazu irgendwo ein paar Infos? (Werde auch mal google dazu befragen).

    • Hi Sascha,
      wg Hackanfälligkeit: Das seh ich nicht als den kritischen Punkt . Hinsichtlich der Komplexität einer Anwendung ist man bei den einfachen System ggf. auch schneller dabei, die richtigen Sicherheitseinstellungen zu wählen. Grob gesagt: es ist einfacher Zugriffsrechte zu setzen und Verzeichnisbäume zu schützen als eine Datenbankanwendung dicht zu bekommen. Wobei es die 100%ig Sicherheit bekanntlich ja nicht gibt 🙂
      wg. Flat file: darunter versteht man eigentlich nichts anderes als die Nutzung von kleinen, i.d.R. .txt files, die sich mit einem einfachen Editor öffnen, lesen und bearbeiten lassen. Als erste, schnelle Erklärung schau mal hier oder hier

  8. Ein Fazit zu dem Artikel würde mich interessieren. Mir persönlich sagt Flatpress am ehesten zu. Allerdings kann ich mich nicht so ganz mit dem Gedanken anfreunden, dass alles in txt-Dateien gespreichert wird.

    • Hi Sascha,
      ein Fazit ist recht schwer zu ziehen, da es sicher für jeden Anwendungszweck und für jeden Anwender unterschiedliche Pro/Contra-Argumente gibt. Letztlich muss jeder für sich selbst entscheiden, welches System den persönlichen Anforderungen oder auch Kundenanforderungen am ehsten entspricht. Daher soll der Artikel auch nur einen kurzen Überblick über verschiedene Systeme geben.
      Ich finde den Ansatz eines flat file Systems ziemlich interessant. Was spricht denn für dich dagegen alles in txt-Dateien abzulegen?

  9. Pingback: • File Management - oft vernachlässigt im Heimbereich | Mister Info

    • Hallo Connie,
      danke für den Kommentar und den Tipp mit Pixie. Ich habe gerade mal kurz dort vorbeigeschaut. Pixie setzt allerdings MySQL 4.1 oder höher voraus und fällt damit durchs Raster. 🙂 Sieht aber trotzdem interessant aus. Schau ich mir mal näher an. Besten Dank!

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